Implantate – Zahnersatz, der sich fast wie ein eigener Zahn anfühlt
Ein Implantat ersetzt die fehlende Zahnwurzel. Dafür setzt der Zahnarzt einen kleinen Zapfen aus Titan oder Zirkonoxid in den Kieferknochen ein.
Dort verwächst er in den folgenden Wochen fest mit dem Knochen – dieser Vorgang heißt Osseointegration und gilt als wissenschaftlich gut belegtes Verfahren der modernen Zahnmedizin.
Anders als bei einer Brücke bleiben gesunde Nachbarzähne unberührt und müssen nicht beschliffen werden. Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt und wird meist als weniger belastend empfunden als erwartet.
Auch im höheren Alter ist ein Implantat möglich: Entscheidend sind der Zustand von Kieferknochen und Zahnfleisch, nicht das Lebensalter. Bei guter Pflege und regelmäßiger Kontrolle halten Implantate viele Jahre, oft ein Leben lang.
Kurz gesagt: Ein Implantat ersetzt nicht nur den sichtbaren Zahn, sondern auch die Zahnwurzel – ohne gesunde Nachbarzähne zu beschleifen. Bei guter Pflege hält es oft ein Leben lang, unabhängig vom Alter der Patientin oder des Patienten.
Implantate – Zahnersatz, der den eigenen Zähnen sehr nahe kommt
Ein Zahn fehlt. Was nun? Für viele sind Brücke oder Prothese die naheliegendste Lösung. Dabei gibt es mit einem Implantat heute eine Möglichkeit, die dem natürlichen Zahn sehr nahe kommt.
Trotzdem höre ich immer wieder dieselben Bedenken: Implantate sind nur etwas für junge Menschen. Das tut weh. Das ist kompliziert. Und teuer ist es sowieso.
So pauschal stimmt das nicht.
Künstliche Zahnwurzeln gibt es schon sehr lange
Der Versuch, fehlende Zähne zu ersetzen, ist keineswegs eine Erfindung der modernen Zahnmedizin. Die Geschichte der künstlichen Zahnwurzeln reicht Jahrtausende zurück.
Im alten China wurden beispielsweise Bambusstifte verwendet. Die Ägypter und Mayas versuchten es unter anderem mit Elfenbein und Muscheln. Die Idee war also schon damals dieselbe: einen verlorenen Zahn möglichst dauerhaft zu ersetzen.
Das Problem: Keines dieser Materialien konnte mit dem Kieferknochen verwachsen.
Der entscheidende Durchbruch kam erst 1952. Der schwedische Orthopäde und Forscher Per-Ingvar Brånemark entdeckte die sogenannte Osseointegration – also die Fähigkeit von Titan, fest mit dem Knochen zu verwachsen. 1965 wurde daraufhin das erste erfolgreiche Titanimplantat eingesetzt. 1982 wurde die moderne Implantologie schließlich auch wissenschaftlich anerkannt.
Damit war die Grundlage für die Implantate geschaffen, wie wir sie heute kennen. Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Implantate zu den am besten erforschten Behandlungen in der Zahnmedizin zählen.
Was genau ist eigentlich ein Implantat?
Ein Implantat ist im Grunde eine künstliche Zahnwurzel. Meist besteht sie aus Titan oder Zirkonoxid und wird direkt in den Kieferknochen eingesetzt. Dort wächst sie in den nächsten Wochen fest mit dem Knochen zusammen. Diesen Vorgang nennt man Osseointegration.
Ist das Implantat fest eingeheilt, kommt darauf die Krone – also der sichtbare Teil des Zahns. Das Ergebnis ist ein fester Zahnersatz, der nicht wackelt und sich beim Kauen sehr natürlich anfühlt und auch natürlich aussieht.
Was passiert, wenn eine Zahnlücke bleibt?
Ein fehlender Zahn ist nicht nur ein kosmetisches Problem.
Der Kieferknochen braucht die Belastung, die normalerweise über die Zahnwurzel entsteht. Fehlt diese Belastung dauerhaft, kann sich der Knochen an dieser Stelle zurückbilden. Gleichzeitig können sich die benachbarten Zähne verschieben oder in die Lücke kippen.
Genau hier hat ein Implantat einen wichtigen Vorteil: Es ersetzt nicht nur den sichtbaren Zahn, sondern auch die fehlende Zahnwurzel und gibt dem Knochen wieder die notwendige Belastung.
Ein großer Vorteil des Implantats gegenüber einer Brücke
Bei einer klassischen Brücke müssen die beiden Nachbarzähne beschliffen werden. Und das bedeutet: Auch wenn diese Zähne völlig gesund sind, wird gesunde Zahnsubstanz entfernt.
Bei einem Implantat ist das nicht notwendig. Die Nachbarzähne bleiben unangetastet. Und in ihrer Substanz erhalten.
Gerade wenn nur ein einzelner Zahn fehlt, ist das ein wichtiger Punkt. Denn möglichst viel gesunde Zahnsubstanz zu erhalten, sollte immer das Ziel sein.
Was ist, wenn nur noch wenige eigene Zähne da sind?
In diesen Fällen kann klassisch nur eine herausnehmbare Prothese eingesetzt werden. Durch zusätzliche Implantate ist es jedoch möglich, wieder festsitzende Brücken anzufertigen. Für viele Menschen ist es wichtig, dass der Zahnersatz eben nicht herausgenommen werden kann.
Auch wenn in einem Kiefer gar keine Zähne mehr da sind, können wir eine herausnehmbare Prothese mit Hilfe von Implantaten so anfertigen, dass sie sicher sitzt und auch beim Kauen und Lachen nicht wackelt.
Und was ist mit den Schmerzen?
Natürlich ist das Einsetzen eines Implantats ein kleiner chirurgischer Eingriff. Er wird jedoch unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Die meisten Patienten empfinden den Eingriff deutlich weniger schlimm, als sie vorher gedacht haben. Vom Ablauf her ist er mit einer Zahnextraktion vergleichbar und kann sogar unkomplizierter sein.
Auch das Alter ist übrigens nicht automatisch ein Ausschlusskriterium.
Entscheidend ist nicht, ob jemand 50, 70 oder 80 Jahre alt ist. Entscheidend sind vor allem der Zustand des Kieferknochens und des Zahnfleisches. Deshalb können auch Menschen über 80 noch Implantate bekommen, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Was muss vor einem Implantat geprüft werden?
Vor einer Implantation schaut sich der Chirurg den Zustand des Knochens und des Zahnfleisches genau an.
Besonders wichtig ist, dass keine unbehandelte Parodontitis vorhanden ist. Entzündungen im Mund können den langfristigen Erfolg eines Implantats gefährden. In einem solchen Fall muss vor Einsetzen eines Implantates zunächst zwingend eine Parodontitisbehandlung erfolgen.
Auch die Menge und Qualität des vorhandenen Knochens spielt eine Rolle. Ist bereits zu viel Knochen verloren gegangen, kann häufig vorher oder gleichzeitig ein Knochenaufbau durchgeführt werden. Auch das ist heute ein etabliertes Verfahren.
Wie lange dauert es, bis der neue Zahn belastet werden kann?
Nach dem Einsetzen braucht das Implantat normalerweise etwa ca. zwölf Wochen, in manchen Fällen auch länger, um fest mit dem Kieferknochen zu verwachsen. Erst danach wird die Krone aufgesetzt.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Versorgung auch früher erfolgen. Das hängt unter anderem davon ab, wie gut der vorhandene Knochen ist.
Für die Krone setzen wir gerne unser CEREC-Verfahren ein. Damit können wir hochwertigen, präzisen und ästhetischen Zahnersatz direkt in der Praxis herstellen.
Was kostet ein Implantat?
Klare Antwort: Ein Implantat ist keine günstige Lösung. Das ist eine Brücke jedoch auch nicht.
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen in der Regel nur den Festzuschuss, der auch für anderen Zahnersatz vorgesehen ist. Einen großen Teil der Kosten muss der Patient deshalb selbst tragen.
Auf der anderen Seite sind Implantate bei guter Pflege und regelmäßiger Kontrolle sehr langlebig. Viele Implantate halten über sehr viele Jahre, manche sogar ein Leben lang.
Mein Rat nach 25 Jahren Erfahrung als Zahnarzt
Wenn Sie mit einer Zahnlücke leben und bisher gezögert haben, lassen Sie zunächst prüfen, welche Möglichkeiten Sie überhaupt haben.
Ein Implantat ist nicht für jeden automatisch die beste Lösung. Aber es lohnt sich, die Möglichkeiten zu kennen, bevor man sich für eine andere Versorgung entscheidet.
In einem persönlichen Gespräch klären wir mit Ihnen, ob ein Implantat bei Ihnen infrage kommt und welche Lösung für Ihre Situation sinnvoll ist.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, einen fehlenden Zahn zu ersetzen. Es geht auch darum, möglichst viel von der eigenen Zahnsubstanz, dem Kieferknochen und der natürlichen Funktion zu erhalten.
Und letztendlich geht es auch um Ihre Mundästhetik, um Ihr neues, befreites Lachen.
Häufig gestellte Fragen zu Implantaten
Ist ein Implantat auch im höheren Alter möglich?
Ja. Das Alter allein ist kein Ausschlusskriterium. Entscheidend sind vor allem der Zustand des Kieferknochens und des Zahnfleisches sowie die allgemeine Situation im Mund. Auch Menschen über 80 können grundsätzlich mit Implantaten versorgt werden, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Tut das Einsetzen eines Implantats weh?
Der Eingriff findet normalerweise unter örtlicher Betäubung statt. Während der Behandlung sollten Sie deshalb keine Schmerzen spüren. Viele Patienten berichten anschließend, dass der Eingriff wesentlich unkomplizierter war, als sie vorher erwartet hatten.
Was passiert, wenn nicht mehr genügend Kieferknochen vorhanden ist?
Auch dann ist ein Implantat nicht automatisch ausgeschlossen. Wenn der Knochen an der betreffenden Stelle bereits stark abgebaut ist, kann häufig vorher oder gleichzeitig ein Knochenaufbau durchgeführt werden. Ob das notwendig ist, wird bei der Erst-Untersuchung individuell beurteilt.
Wie lange hält ein Implantat?
Bei guter Mundhygiene und regelmäßiger Nachsorge können Implantate sehr lange halten. Sie gelten als besonders langlebiger Zahnersatz. Viele Implantate bleiben über Jahrzehnte erhalten, manche sogar ein Leben lang.
Muss für ein Implantat ein gesunder Nachbarzahn abgeschliffen werden?
Nein. Das ist einer der großen Vorteile gegenüber einer klassischen Brücke. Beim Implantat werden die benachbarten Zähne nicht beschliffen und bleiben dadurch in ihrer natürlichen Substanz erhalten.



