• Wir beugen Karies vor und verhindern so Zahnverlust

Vorbeugen statt reparieren, gesunderhalten statt bohren

Die beiden häufigsten Ursachen für Zahnverlust sind die Munderkrankungen Parodontitis und Karies.

Zu Parodontitis gibt es hier fünf Artikel, die aufzeigen, wie Parodontitis entsteht, wie wir sie in unserer Praxis behandeln und welche vorbeugenden Maßnahmen wir empfehlen.

Die zweite Erkrankung, die uns Zahnärzte beschäftigt, ist die Karies.

Diese Zahnerkrankung ist eine Erkrankung hauptsächlich der frühen Lebensjahre, also vom Kleinkindalter bis zur Pubertät.

Mittlerweile sieht man die positiven Ergebnisse der jahrelangen Bemühungen um Vorsorge bei Schulkindern deutlich. Durch die Individualprophylaxe in den Zahnarztpraxen sowie die Maßnahmen in Kindergärten und Schulen kommt Karies hier viel weniger vor als früher.

Was uns Zahnärzte zunehmend Sorgen macht, sind kariöse Defekte bei Kleinkindern.

Ausgelöst durch Dauernuckeln an zuckerhaltigen Getränken oder ungesunde, weil zu süße Ernährung, haben immer mehr Kleinkinder ein schadhaftes Milchgebiss.

Dies ist insofern schlecht, weil die Milchzähne Platzhalter für die späteren bleibenden Zähne sind. Und wenn schon jetzt bakterieller Befall auftritt, geht die Karies später direkt auf die bleibenden Zähne über.

Karies und seine Folgen

Wie auch bei der Parodontitis sind die Verursacher verschiedene Bakterien, welche gemeinschaftlich organisierte Beläge auf den Zähnen aufbauen – die sogenannte Plaque. Diese schädigt den Zahnschmelz durch Säureeinwirkung und führt zuerst zu einer oberflächlichen Entmineralisierung und Porenbildung.

Diese erkennen Sie an hellen bis weißen Flecken auf der Zahnoberfläche. In diesem Stadium ist die Karies oft noch durch regelmäßigen Fluorideinsatz zu stoppen, ohne die Zahnsubstanz zu verletzen.

Ist die Karies jedoch älter und tiefer, wird sie dunkler und selbst Nichtmediziner können diese Flecken deutlich erkennen und oft bald auch schmerzhaft fühlen. Nun ist bereits ein „Loch“ im Zahn entstanden.

Um die Karies jetzt dauerhaft zu entfernen, muss das erkrankte Zahngewebe entfernt, und das entstandene Loch mit einer Füllung wieder verschlossen werden. Bei größeren Defekten reicht eine Füllung nicht mehr aus – dann ist eine Teil- oder Vollkrone erforderlich.

Wenn die Bakterien schon tief in den Zahn eingedrungen sind, dann kann der Zahnnerv bereits geschädigt sein. In diesem Fall sind weitere Behandlungen erforderlich.

 Bakterieller Zahnbelag, die stille Gefahr

Vorab muss gesagt werden, dass es vollkommen natürlich ist, dass sich in Ihrem Mundraum Bakterien aufhalten. Sie haben eine wichtige Funktion bei der Vorverdauung und anderen physiologischen Prozessen. Unsere gesamte Haut, der Mund und die ganze Magen-Darm-Passage sind flächendeckend mit Mikroorganismen besiedelt (Stichwort: Mikrobiom).

Je nach Zusammensetzung der verschiedenen Arten von Mikroorganismen und auch in Abhängigkeit von der individuellen Reaktion unseres Immunsystems können wir mit den Bakterien entweder gut zusammen leben oder erhebliche Probleme bekommen.

Die Bakterien bilden zunächst einen schleimigen Belag, der sich auf den Zähnen rau und stumpf anfühlt. Wird diese Plaque nicht innerhalb von 24 Stunden entfernt, dann wächst die Schicht immer weiter. Insbesondere bei zuckerhaltiger Ernährung bilden die Bakterien nun schnell Säuren, welche den Zahnschmelz angreifen und mit der Zeit zur Karies führen.

Da, wo viel frischer Speichel an den Bakterien-Belag heran kommt, lagern sich aus dem Speichel Salze ein. Die Plaque wird zunehmend fester, erhärtet und ist Ihnen nun als Zahnstein bekannt. Die raue Oberfläche ermöglicht nun weiteren Bakterien die Anlagerung und so wächst der Zahnstein immer weiter.

Damit Karies entstehen kann, braucht es drei Voraussetzungen

  • Bakterien in geeigneter Zusammensetzung, die sich auf den Zähnen anheften können
  • zuckerhaltige Nahrung für die Bakterien, damit diese wachsen und Säure bilden können
  • Zeit, die die Bakterien zum Aufbau der Plaque benötigen und Zeit für die Einwirkung der Säure auf dem Zahnschmelz

Um Karies vorzubeugen, genügt es folglich, eine dieser drei Voraussetzungen auszuschalten.

Da die Bakterien immer in unserer Mundhöhle leben ist es nicht möglich, die Bakterien aus dem Mund zu entfernen! Einen sterilen Mund gibt es unter Normalbedingungen nicht.

Zuckerhaltige Nahrung können wir reduzieren. In vielen Speisen gibt es aber auch versteckten Zucker (zum Beispiel in Ketchup, Säften, Fertig-Nahrungsmitteln), der es uns sehr schwer machen kann. Wer will außerdem schon auf jeglichen Zucker verzichten?

Daher liegt die einzige realistische Möglichkeit zur Vermeidung von Karies in der Ausschaltung des Zeitfaktors. Wenn es uns gelingt, die Plaque regelmäßig einmal innerhalb von 24 Stunden vollständig von den Zähnen abzulösen, dann müssen die Bakterien wieder von vorn mit dem Aufbau des Zahnbelags beginnen. So kann es nicht zu der gefürchteten Einwirkung der Säure kommen.

Nur wie soll das gehen, wenn die meisten Bakterien nicht auf der frei erreichbaren Zahnoberfläche sitzen, sondern in den Zahnzwischenräumen, am Zahnhals und in den Fissuren? Fissuren sind die tiefen Furchen auf den Backenzähnen – für Bakterien wahre Horte für eine dauerhafte Einnistung.

Ursachen bekämpfen, statt Krankheit kurieren

Wenn Sie sich den Vergleich einmal vor Augen führen, ist das so, als ob Sie nach einem Spaziergang im Regen, ein Paar Schuhe voller Schmutz in den Händen halten und sich überlegen, wie Sie den Matsch wieder entfernen können.

Sicher nicht, indem Sie die Schuhe dicht nebeneinander auf den Boden stellen, einen Handfeger nehmen und damit über die Schuhoberflächen fahren, oder!?

Denn so kommen Sie nicht an die Seitenflächen der Schuhe, wo der meiste Matsch sitzt.

Was machen Sie also? Sie nehmen jeden Schuh einzeln in die Hand und säubern ihn – Solo eben!

Und genau dieses Konzept greift die SOLO-Prophylaxe auf und nutzt es für die sorgfältige Säuberung der Zähne. Jeder Zahn einzeln. Solo eben!

Durch die tägliche Entfernung der Bakterien, indem Sie jeden Zahn einzeln sorgfältig mit passenden Instrumenten reinigen, vermeiden Sie die schädliche Säureeinwirkung auf Ihre Zähne. Wie gesagt, die Bakterien ganz zu beseitigen gelingt nicht und ist auch nicht erwünscht.

Bei unseren Patienten, die konsequent die SOLO-Prophylaxe anwenden, ist das Thema Karies kein Problem mehr. Und auch andere entzündliche Zahnerkrankungen, wie Zahnfleischentzündung mit der Folge von Parodontitis, treten praktisch nicht mehr auf.

Für mich hat sich eindeutig gezeigt, dass durch die SOLO-Prophylaxe die Zahngesundheit meiner Patienten sehr deutlich steigt und „Reparaturmedizin“, wie Bohren, Überkronungen oder anderer Zahnersatz, viel seltener notwendig ist.

Ein gutes Gefühl!